Das heutige Schalthaus-West,

frühere Umspannanlage (UA) des VEB Energiekombinat Cottbus, wurde (nach Aussagen von Anwohnern) in den 30er Jahren als 110 / 20 kV (Kilovolt) Anlage erbaut und im Zuge der Errichtung der Großkokerei Lauchhammer (BVL – Braunkohlenveredlung Lauchhammer) sowie laut Bauplänen in den Jahren 1954 – 1957 baulich erweitert.
Sinn und Zweck der Anlage war es den gesamten Energiebedarf der Großkokerei zu decken, sowie die 20 kV im Mittelspannungsbereich zur städtischen Energieversorgung bereit zu stellen.
Die Netzeinspeisung von 110 kV erfolgte über das benachbarte Kraftwerk 64 welches auch das gesamte Bergbaunetz vom BVL speiste, bei Reparatur bzw. Wartung des Kraftwerks wurde die Energieversorgung des Bergbaunetzes wiederum über die UA sicher gestellt, welches mittelst Überlandleitungen z.B. mit Gröditz und Lauta verbunden war.
 

Deckblatt Südansicht des Originalbauplans vom 25 Juni 1952  
  Südansicht - Foto aus Richtung Eingangstor Weitere Energieabnehmer waren unter anderem die benachbarte Gassammelschiene (heutiger Betreiber, ein regionaler Gasversorger) die mit den vollen 110 kV versorgt wurde und sich die benötigte Energie mit eigenen Transformatoren bereitstellte. Ebenso wurde das gesamte 20 kV Netz des Stadtgebiets Lauchhammer und das Wasserwerk im südlich gelegenen Tettau über zwei von drei Transformatoren in der UA versorgt, welche in Spitzenzeiten je 12 – 15 MW (Megawatt) zur Verfügung stellten. Der dritte Transformator war wiederum zur Versorgung der Gassammelschiene bestimmt.    
  Für die Überwachung, Bedienung und Aufrechterhaltung der UA waren bis zur Wende fünf Angestellte eingesetzt, wobei hier auch eine eigene Putzkraft inbegriffen war, die für stetige Sauberkeit in der Anlage sorgte. Sicher hatten diese Angestellten neben so einigen, vermutbaren Komplikationen und mittelschweren Störungen auch Ihre guten und mit Sicherheit auch lustigen Momente bei der Arbeit. So wurde auch noch nach der Wende gern mal die Flagge der DDR zu deren ehemaligen Nationalfeiertagen gehisst.
Trotz alledem, wurde auch diese Arbeitsstätte nicht vom Stellenabbau verschont und es wurde heruntergefahren bis zum Bereitschaftsdienst, der bei Störungen voll automatisiert telefonisch informiert wurde.
Die ehemalige Schltwarte (wurde Rückgebaut)  
  Blick aus der Schaltwarte in Richtung Portal. Rechts unten sieht man den Trafo. Die Industrie in Lauchhammer sollte in diesem gewohntem und großen Maße hier nicht mehr weiter existieren. Tausende verloren ihre Arbeitsplätze im Zuge der bergbaulichen Sanierung der einst größten Braunkohleveredlungsanlagen weltweit und auch das Schicksal der UA war nach Abriss und Rekultivierung der Großkokerei besiegelt.
Auf Grund stark nachlassendem Energiebedarf, überdimensionaler und veralterter Technik (teilweise noch aus den Jahren 1954) und zu großer Fläche sowie Gebäuden, die sich nicht mehr rechneten, wurde die Anlage am 23.09.2003 um ca.15.00 Uhr an diesem Standort vom Netz genommen und abgeschaltet.
Rückbau, Entkernung sowie teilweiser Abriss hinterließen eine Fläche voller Chaos, die nun Schritt für Schritt bereinigt werden soll. Ein Standort mit Geschichte und Zukunft für fast jeglicher Art von Veranstaltungen zur Unterhaltung soll hier nun entstehen...
   
 

Wir danken zwei ehemaligen Angestellten dieser Anlage sowie den früheren Betreiber der UA für die vielen Informationen zur Geschichte und das bereitgestellte Bildmaterial und wir hoffen hiermit einige Erinnerungen Aufrecht erhalten zu können.

VIELEN DANK
das Team vom Schalthaus-West

Luftaufnahme (Süd-Westansicht)  
                   
  Blick in die 20kV Schalthalle (wurde Rückgebaut) Blick in die 20kV Schalthalle (wurde Rückgebaut) Rückseite der Schaltwarte - die Messinstrumente (wurde Rückgebaut)  
           
    Schaltwarte linke Seite (wurde Rückgebaut) Schaltwarte rechte Seite (wurde Rückgebaut)    
           
   

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