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Das heutige Schalthaus-West,
frühere
Umspannanlage (UA) des VEB Energiekombinat Cottbus, wurde (nach Aussagen
von Anwohnern) in den 30er Jahren als 110 / 20 kV (Kilovolt) Anlage erbaut
und im Zuge der Errichtung der Großkokerei Lauchhammer (BVL –
Braunkohlenveredlung Lauchhammer) sowie laut Bauplänen in den Jahren 1954
– 1957 baulich erweitert.
Sinn und Zweck der Anlage war es den gesamten Energiebedarf der
Großkokerei zu decken, sowie die 20 kV im Mittelspannungsbereich zur
städtischen Energieversorgung bereit zu stellen.
Die Netzeinspeisung von 110 kV erfolgte über das benachbarte Kraftwerk
64 welches auch das gesamte Bergbaunetz vom BVL speiste, bei Reparatur
bzw. Wartung des Kraftwerks wurde die Energieversorgung des Bergbaunetzes
wiederum über die UA sicher gestellt, welches mittelst Überlandleitungen
z.B. mit Gröditz und Lauta verbunden war.
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Weitere Energieabnehmer waren unter anderem die benachbarte Gassammelschiene
(heutiger Betreiber, ein regionaler Gasversorger) die mit den vollen 110
kV versorgt wurde und sich die benötigte Energie mit eigenen Transformatoren
bereitstellte. Ebenso wurde das gesamte 20 kV Netz des Stadtgebiets Lauchhammer
und das Wasserwerk im südlich gelegenen Tettau über zwei von
drei Transformatoren in der UA versorgt, welche in Spitzenzeiten je 12
– 15 MW (Megawatt) zur Verfügung stellten. Der dritte Transformator
war wiederum zur Versorgung der Gassammelschiene bestimmt. |
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Für die Überwachung, Bedienung und Aufrechterhaltung der UA
waren bis zur Wende fünf Angestellte eingesetzt, wobei hier auch
eine eigene Putzkraft inbegriffen war, die für stetige Sauberkeit
in der Anlage sorgte. Sicher hatten diese Angestellten neben so einigen,
vermutbaren Komplikationen und mittelschweren Störungen auch Ihre
guten und mit Sicherheit auch lustigen Momente bei der Arbeit. So
wurde auch noch nach der Wende gern mal die Flagge der DDR zu deren ehemaligen
Nationalfeiertagen gehisst.
Trotz alledem, wurde auch diese Arbeitsstätte nicht vom Stellenabbau
verschont und es wurde heruntergefahren bis zum Bereitschaftsdienst, der
bei Störungen voll automatisiert telefonisch informiert wurde. |
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Die Industrie in Lauchhammer sollte in diesem gewohntem und großen
Maße hier nicht mehr weiter existieren. Tausende verloren ihre Arbeitsplätze
im Zuge der bergbaulichen Sanierung der einst größten Braunkohleveredlungsanlagen
weltweit und auch das Schicksal der UA war nach Abriss und Rekultivierung
der Großkokerei besiegelt.
Auf Grund stark nachlassendem Energiebedarf, überdimensionaler und
veralterter Technik (teilweise noch aus den Jahren 1954) und zu großer
Fläche sowie Gebäuden, die sich nicht mehr rechneten, wurde
die Anlage am 23.09.2003 um ca.15.00 Uhr an diesem Standort vom Netz genommen
und abgeschaltet.
Rückbau, Entkernung sowie teilweiser Abriss hinterließen eine
Fläche voller Chaos, die nun Schritt für Schritt bereinigt werden
soll. Ein Standort mit Geschichte und Zukunft für fast jeglicher
Art von Veranstaltungen zur Unterhaltung soll hier nun entstehen... |
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Wir danken zwei ehemaligen
Angestellten dieser Anlage sowie den früheren Betreiber der UA für
die vielen Informationen zur Geschichte und das bereitgestellte Bildmaterial
und wir hoffen hiermit einige Erinnerungen Aufrecht erhalten zu können.
VIELEN DANK
das Team vom Schalthaus-West
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